Ratgeber · Sinkkastenreinigung
Was unter dem Rost passiert, bevor das Wasser im Kanal ankommt
Rost, Eimer, Schacht und Leitung: Wie ein Straßenablauf aufgebaut ist, wie er Schmutz zurückhält und warum er nur funktioniert, wenn er gepflegt wird.
Täglich gehen und fahren wir über sie hinweg, ohne sie zu bemerken: die Roste am Straßenrand, in Einfahrten und auf Parkplätzen. Darunter liegt ein kleines, aber wichtiges Bauwerk, das Regenwasser aufnimmt und dabei den Kanal schützt.
Wer weiß, wie ein Sinkkasten funktioniert, versteht auch, warum er regelmäßig geleert werden muss und was passiert, wenn das ausbleibt.
Im Folgenden gehen wir die einzelnen Bauteile durch und zeigen, was im Inneren passiert, wenn Regenwasser ankommt.
Gully oder Sinkkasten, was ist der Unterschied?
Im Alltag werden beide Begriffe gleich verwendet. Genau genommen bezeichnet „Gully“ vor allem den sichtbaren Teil, also den Rost oder Aufsatz in Fahrbahn, Gehweg oder Hof. Der Sinkkasten ist das Bauwerk darunter, in dem sich der Schmutz absetzen kann.
Fachleute sprechen auch von Straßenablauf oder Straßeneinlauf. Gemeint ist immer dasselbe Prinzip: Wasser rein, Schmutz zurückhalten, sauberes Wasser weiterleiten.
Die Bauteile im Überblick
Ein typischer Ablauf besteht aus mehreren Teilen, die zusammenarbeiten. Jedes davon hat eine eigene Aufgabe.
Aufsatz und Rost
Der Rost nimmt das Wasser auf und hält grobe Teile wie Äste oder Flaschen zurück. Je nach Einbauort ist er für Gehwege, Höfe oder schwer befahrene Straßen ausgelegt und entsprechend belastbar.
Schlammeimer
Unter dem Rost hängt ein herausnehmbarer Eimer. In ihm sammeln sich Laub, Sand und Splitt. Er lässt sich nach oben herausheben, leeren und wieder einsetzen.
Schacht und Anschlussleitung
Der Schacht aus Beton oder Kunststoff umgibt den Eimer. Seitlich führt die Anschlussleitung das vorgereinigte Wasser zum Kanal. Liegt der Wasserspiegel zu hoch, kann auch hier Schlamm in die Leitung gelangen.

So hält der Ablauf den Schmutz zurück
Das Prinzip ist einfach. Das Wasser fällt durch den Rost in den Eimer und verliert dabei an Geschwindigkeit. Schwere Teile wie Sand und Splitt sinken nach unten, Laub bleibt im Eimer hängen. Das Wasser läuft über Öffnungen oben am Eimer oder über den Rand in den Schacht und von dort in die Leitung.
So gelangt nur ein Teil des Schmutzes in den Kanal. Der Rest bleibt im Eimer, bis er geleert wird.
Tipp: Ein Blick durch den Rost reicht oft schon. Sehen Sie Laub oder Schlamm knapp unter den Stäben, ist der Eimer meist schon weitgehend gefüllt.
Was passiert, wenn der Eimer voll ist?
Ein voller Eimer kann nichts mehr aufnehmen. Das Wasser fließt dann mitsamt dem Schmutz direkt weiter, und der Schlamm setzt sich im Schacht und in der Anschlussleitung ab. Nach und nach verengt sich der Querschnitt.

Ein Sinkkasten ist kein Durchlauf, sondern ein Speicher für Schmutz. Er funktioniert nur, solange dieser Speicher geleert wird.
Die Folgen zeigen sich meist beim nächsten Starkregen. Das Wasser bleibt auf der Fläche stehen, läuft in Einfahrten oder Keller und im Winter bildet sich Glätte.
Unterschiede bei Hof- und Bodenabläufen
Auf privaten Grundstücken sind die Abläufe oft kleiner und einfacher gebaut. Manche haben nur einen flachen Schmutzfang aus Kunststoff, andere einen Geruchsverschluss, der verhindert, dass Kanalgerüche nach oben steigen. Kellerabläufe sind häufig mit einer Rückstausicherung kombiniert.
Das Prinzip bleibt gleich: Grobes zurückhalten, Wasser weiterleiten. Je kleiner der Schmutzfang, desto schneller ist er allerdings voll. Gerade in Einfahrten unter Bäumen lohnt sich deshalb ein häufigerer Blick unter das Gitter.
Pflege und Reinigung
Damit der Ablauf seine Aufgabe erfüllt, muss der Eimer regelmäßig geleert und der Schacht gesäubert werden. Wie oft das nötig ist, hängt von Bäumen, Verkehr und Lage ab. Bei vielen Abläufen sind ein bis zwei Reinigungen im Jahr sinnvoll.
Bei der professionellen Reinigung wird der Rost abgehoben, der Eimer geleert, der Schacht abgesaugt und bei Bedarf die Leitung gespült. Wie das bei uns abläuft, zeigt die Seite zur Sinkkastenreinigung.
Häufige Fragen
Hat jeder Ablauf einen Schlammeimer?
Nicht jeder. Manche Hof- und Bodenabläufe haben nur einen flachen Schmutzfang oder gar keinen Einsatz. Straßenabläufe sind dagegen meist mit einem Eimer ausgestattet.
Kann ich den Eimer selbst herausnehmen?
Auf dem eigenen Grundstück meist ja, sofern sich der Rost leicht abheben lässt. Straßenabläufe im öffentlichen Raum sollten Sie nicht selbst öffnen.
Warum riecht es manchmal aus dem Gully?
Im Eimer und im Schacht zersetzen sich Laub und Schlamm. Bei Wärme entsteht dabei ein modriger Geruch, ein typisches Zeichen für einen vollen Ablauf.
Wohin fließt das Wasser aus dem Ablauf?
Über die Anschlussleitung in den öffentlichen Kanal. Je nach System ist das ein reiner Regenwasserkanal oder ein Mischwasserkanal.
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