Ratgeber · Hof- und Bodenabläufe

Freie Abläufe an den tiefsten Punkten des Grundstücks

Bei Gewittern laufen Kellerabgänge und Tiefgaragen oft als Erstes voll. Welche Rolle die Abläufe dabei spielen und wie Sie vorsorgen.

Wasser fließt immer zum tiefsten Punkt. Auf vielen Grundstücken sind das der Kellerabgang, der Lichtschacht oder die Rampe zur Tiefgarage. Bei Starkregen sammelt sich dort innerhalb weniger Minuten das Wasser einer großen Fläche.

Ob es abfließt oder ins Gebäude läuft, hängt oft an einem kleinen Bauteil: dem Ablauf am Fuß der Treppe oder in der Rinne vor dem Tor.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wo die typischen Schwachstellen liegen und wie Sie mit wenig Aufwand vorsorgen.

Warum die tiefsten Punkte gefährdet sind

Kellerabgänge und Rampen liegen unter dem umgebenden Gelände. Sie nehmen nicht nur den Regen auf, der direkt hineinfällt, sondern auch Wasser, das von Hof, Einfahrt oder Rasen nachläuft. Ist der Ablauf dort zugesetzt, steigt der Wasserspiegel schnell bis an die Türschwelle.

Dazu kommt, dass Gewitterregen oft sehr plötzlich einsetzt. Innerhalb von zehn bis zwanzig Minuten fällt mancherorts so viel Wasser wie sonst in mehreren Tagen. Für Abläufe, die halb zugesetzt sind, ist das zu viel.

Typische Schwachstellen

Bei Kontrollen finden wir immer wieder dieselben Probleme.

Abläufe am Fuß der Kellertreppe

Sie sind klein und sammeln Laub, das in die Treppe weht. Oft bemerkt sie niemand, bis Wasser unter der Kellertür durchdrückt.

Rinnen vor Tiefgaragentoren

Die Kastenrinne vor dem Tor nimmt Wasser von der Rampe auf. Unter dem Gitter sammeln sich Sand, Laub und im Winter Salz und Matsch von den Reifen.

Lichtschächte

Am Boden vieler Lichtschächte sitzt ein kleiner Ablauf. Er ist schnell mit Blättern bedeckt und wird bei der Gartenpflege leicht übersehen.

Mitarbeiter schiebt bei Regen Laub vom Straßenablauf

Vorsorge vor der Gewittersaison

Die meisten Gewitter mit hohen Regenmengen gibt es im Sommer. Deshalb ist das späte Frühjahr ein guter Zeitpunkt für eine Kontrolle.

  • Gitter und Abdeckungen abnehmen und Laub entfernen
  • Schmutzfänger leeren und den Abfluss mit Wasser testen
  • Rinnen vor Toren auf ganzer Länge säubern
  • Lichtschächte von Blättern und Unrat befreien

Tipp: Testen Sie den Abfluss mit einem Eimer Wasser. Läuft er nur langsam ab, lohnt sich eine Reinigung der Leitung, bevor der nächste Starkregen kommt.

Grenzen der Reinigung

Ein freier Ablauf sorgt dafür, dass die Entwässerung ihre volle Leistung bringt. Gegen Wasser, das aus dem Kanal zurückdrückt, schützt er allein nicht. Dafür gibt es Rückstausicherungen, deren Einbau und Wartung ein Fachbetrieb für Haustechnik übernimmt.

Mitarbeiter reinigt die Entwässerungsrinne vor einem Hauseingang

Saubere Abläufe ersetzen keine Rückstausicherung, aber ohne sie hilft auch die beste Technik wenig.

Beides zusammen, gepflegte Abläufe und funktionierende Sicherungen, bietet den besten Schutz für Keller und Garage.

Was Hausverwaltungen beachten sollten

In Mehrfamilienhäusern und Wohnanlagen ist die Verantwortung für die Entwässerung oft auf mehrere Schultern verteilt. Hausmeister, Verwaltung und externe Dienstleister kümmern sich um unterschiedliche Bereiche. Damit bei Starkregen nichts übersehen wird, hilft eine klare Übersicht.

  • Alle Abläufe, Rinnen und Lichtschächte in einem Plan erfassen
  • Zuständigkeit für jede Fläche festlegen
  • Reinigungstermine dokumentieren
  • Nach einem Unwetter kurz kontrollieren, ob alles abgelaufen ist

So lassen sich Schwachstellen erkennen, bevor der nächste Starkregen Wasser in die Tiefgarage drückt, und Bewohner wissen, an wen sie sich wenden können.

Wer einmal Wasser im Keller hatte, weiß, wie aufwendig Trocknung und Sanierung sind. Im Vergleich dazu ist eine jährliche Reinigung der Abläufe ein kleiner Aufwand, der sich schnell bezahlt macht.

Regelmäßige Pflege für Wohnanlagen

In Wohnanlagen mit Tiefgarage und mehreren Kellerabgängen gibt es schnell ein Dutzend Abläufe und Rinnen. Ein fester Reinigungstermin pro Jahr, idealerweise vor dem Sommer, sorgt dafür, dass keiner vergessen wird.

Wie wir Abläufe in Tiefgaragen, Höfen und Kellerabgängen reinigen, zeigt unsere Seite zu Hof- und Bodenabläufen.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob der Ablauf im Kellerabgang frei ist?

Gießen Sie einen Eimer Wasser in den Abgang. Läuft es zügig und ohne Gluckern ab, ist der Ablauf frei. Bleibt eine Pfütze stehen, sollte er gereinigt werden.

Brauche ich eine Rückstausicherung?

Das hängt von der Lage des Gebäudes und den Vorgaben Ihrer Gemeinde ab. Ein Fachbetrieb für Haustechnik kann das beurteilen.

Wie oft sollten Tiefgaragenrinnen gereinigt werden?

Mindestens einmal im Jahr, am besten nach dem Winter. Bei viel Verkehr oder Bäumen in der Nähe auch häufiger.

Was tun, wenn Wasser im Keller steht?

Zuerst für Sicherheit sorgen und Strom in betroffenen Räumen abschalten lassen. Danach Wasser abpumpen und die Ursache klären, etwa einen verstopften Ablauf oder Rückstau.

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